Palastrevolution in der Union: Friedrich Merz verliert die Macht über die eigene Partei – Der Anfang vom Ende der Kanzlerschaft?

Berlin/Dresden – Es gibt Tage in der Politik, an denen man das Knirschen im Gebälk der Macht nicht mehr überhören kann. Doch was sich derzeit in der Berliner Parteizentrale der CDU und in den Fraktionssälen des Bundestages abspielt, ist kein bloßes Knirschen mehr. Es ist das Donnern eines Einsturzes. Friedrich Merz, der Mann, der angetreten war, um die Union zu neuer Stärke und Deutschland aus der Krise zu führen, steht vor einem Scherbenhaufen. Und das Bitterste für den Kanzler: Die Abrissbirne wird nicht von der politischen Konkurrenz geschwungen, sondern von seiner eigenen “Parteifamilie”.

Das Jahr 2026 ist noch jung, doch für Friedrich Merz könnte es bereits das Schicksalsjahr werden. Während die Öffentlichkeit noch mit den Folgen der neuen Steuerlasten und der wirtschaftlichen Stagnation kämpft, spielt sich hinter den verschlossenen Türen der Macht ein Drama ab, das an Shakespeares Königsdramen erinnert. Verrat, Intrigen und offene Meuterei dominieren die Schlagzeilen. Die Botschaft aus den eigenen Reihen ist unmissverständlich: Die Autorität des Kanzlers ist erodiert.

Der Fall der Konrad-Adenauer-Stiftung: Eine Ohrfeige für den Kanzler

Das vielleicht deutlichste Symptom für den Machtverfall des Friedrich Merz zeigte sich in einer Personalentscheidung, die normalerweise als reine Formsache gilt: die Besetzung des Vorsitzes der parteinahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS). Merz hatte einen klaren Plan. Sein Vertrauter, Günter Krings, sollte den prestigeträchtigen Posten übernehmen. Es sollte eine Versorgung eines treuen Gefolgsmannes werden, ein klassisches Manöver der Machtabsicherung.

Doch die Rechnung wurde ohne die Mitglieder gemacht. In einer Kampfabstimmung, die als offenes Misstrauensvotum gegen den Parteivorsitzenden gewertet werden muss, fiel Krings durch. Stattdessen wählten die Delegierten Annegret Kramp-Karrenbauer. Das Ergebnis von 28 zu 21 Stimmen ist weit mehr als eine mathematische Niederlage. Es ist eine politische Demütigung.

“AKK”, die Frau, die einst als Erbin Merkels galt und dann scheiterte, ist zurück – und sie wurde von der Basis als Instrument genutzt, um Merz in seine Schranken zu weisen. Wer die internen Codes der CDU kennt, weiß: Wenn der Kandidat des Chefs derart rasiert wird, ist der Chef angezählt. Es war ein Aufstand gegen den “Klüngel”, gegen die Postenschacherei und gegen den Führungsstil von oben herab, den Merz so gerne pflegt. Die Basis hat gesprochen, und sie hat “Nein” gesagt.

Meuterei im Parlament: Wenn die eigene Fraktion die Gefolgschaft verweigert

Doch das Desaster bei der KAS war nur das Vorspiel. Viel gefährlicher für die Stabilität der Regierung ist das, was sich im Bundestag abspielt. Merz, der sich gerne als Hardliner in der Migrationspolitik inszeniert, wollte mit dem “Zustrombegrenzungsgesetz” punkten. Ein Gesetz, das zumindest auf dem Papier Stärke demonstrieren sollte. Doch statt Geschlossenheit zu ernten, erlebte er eine offene Rebellion.

Zwölf Abgeordnete der eigenen Fraktion verweigerten ihm die Unterstützung. Darunter keine Hinterbänkler, sondern politische Schwergewichte wie Helge Braun, der ehemalige Kanzleramtschef, der Außenpolitiker Roderich Kiesewetter und Marco Wanderwitz. Dass ihm ausgerechnet bei seinem Kernthema, der Migration, die eigene Truppe von der Fahne geht, ist ein politischer Super-GAU. Es zeigt, dass der konservative Markenkern, den Merz so gerne beschwört, selbst in der eigenen Fraktion nicht mehr konsensfähig ist – oder dass der persönliche Widerstand gegen ihn so groß ist, dass Sachfragen in den Hintergrund treten.

Auch beim Rentenpaket, einem weiteren zentralen Projekt der schwarz-roten Koalition, gab es Abweichler. Sieben Unionsabgeordnete stimmten dagegen. Die Begründung vieler junger Konservativer: Die ständigen Kompromisse mit der SPD seien ein Verrat an den bürgerlichen Wählern. Die CDU, so der Vorwurf, mutiere unter Merz zu einer “Schatten-SPD”, die linke Politik nur noch exekutiert, statt eigene Akzente zu setzen.

Sachsen und der Fall der Brandmauer

Während in Berlin die Palastrevolution tobt, bricht im Osten der Republik ein weiteres Tabu. Michael Kretschmer, der Ministerpräsident von Sachsen, rüttelt offen an den Grundfesten der Parteidoktrin. Die “Brandmauer” zur AfD, jenes Mantra, das unter Merkel heiliggesprochen und von Merz übernommen wurde, wackelt bedenklich.

Der Grund ist simpel und brutal: Die Realität. In Sachsen liegt die AfD in Umfragen stabil zwischen 35 und 38 Prozent. Sie ist längst zur stärksten politischen Kraft avanciert, während die CDU abgeschlagen hinterherhinkt. Kretschmer, der als Pragmatiker gilt und das Ohr näher am Volk hat als die Berliner Blase, spricht nun aus, was viele denken: “Diese Brandmauer bringt uns null weiter.”

Seine Logik ist bestechend. Man kann ein Drittel der Wähler nicht dauerhaft ignorieren oder diffamieren. Wer die Probleme bei Migration, innerer Sicherheit und Wirtschaftswachstum lösen will, kann nicht so tun, als gäbe es die AfD nicht. Kretschmer fordert eine inhaltliche Auseinandersetzung statt ideologischer Ausgrenzung. Damit stellt er sich frontal gegen den Kurs des Bundesvorsitzenden. Während Merz in Berlin weiter versucht, die AfD durch Ignoranz klein zu halten, bereiten sich die Landesverbände im Osten längst auf neue Realitäten vor. Es ist der Beginn einer Föderalisierung der Strategie – und damit ein weiterer Kontrollverlust für die Zentrale.

Die Linke als lachender Dritter?

Die Absurdität der Situation wird durch die Avancen der politischen Linken noch gesteigert. Jan van Aken, Chef der Linkspartei, wittert Morgenluft. Er bietet der CDU in Sachsen-Anhalt eine Zusammenarbeit an – unter der Bedingung, dass niemals mit der AfD paktiert wird. Eine “Garantie” fordert er, im Gegenzug für die Unterstützung von CDU-Projekten.

Dass ausgerechnet die Erben der SED sich nun als Hüter der Demokratie aufspielen und der Union Bedingungen diktieren wollen, ist Treppenwitz der Geschichte. Doch es zeigt, wie verzweifelt die Lage der CDU ist. Sie ist eingekeilt zwischen einer erstarkenden Rechten, die sie nicht einbinden darf, und einer Linken, die sie eigentlich bekämpfen müsste. In der Mitte steht ein führungsschwacher Friedrich Merz, der keinen Ausweg aus diesem Dilemma findet.

Zweifel an der Legitimität: Ist Merz überhaupt rechtmäßiger Kanzler?

Als wäre das politische Chaos nicht genug, schwebt über allem noch das Damoklesschwert der juristischen Legitimität. Es gibt ernstzunehmende Stimmen, die die Rechtmäßigkeit der letzten Bundestagswahl und damit der Kanzlerschaft von Friedrich Merz anzweifeln. Mehrere Wahleinsprüche sind eingegangen, unter anderem von der BSW-Fraktion um Sahra Wagenknecht.

Der Vorwurf: Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung und massive Pannen. Doch der Bundestag weigert sich hartnäckig, eine umfassende Neuauszählung oder Neuwahl in den betroffenen Bezirken zuzulassen. Die Einsprüche wurden, so Kritiker, “eiskalt abgebügelt”. Das Bild, das hier entsteht, ist verheerend: Ein Parlament, das sich selbst schützt, um den Machterhalt zu sichern, auf Kosten der demokratischen Glaubwürdigkeit. Wenn ein Kanzler regiert, dessen Mandat auf wackeligen Beinen steht, schwächt das jede seiner Entscheidungen. In einem Jahr voller Krisen ist das Gift für das Vertrauen der Bürger in den Staat.

“Sozialistischer Klassenkampf”: Der Mittelstand begehrt auf

Auch wirtschaftspolitisch steht die Regierung vor dem Offenbarungseid. Christian von Stetten, Vorsitzender des einflussreichen Parlamentskreises Mittelstand (PKM) der CDU, hat in einem Brandbrief mit der SPD abgerechnet. Seine Wortwahl lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Er wirft der SPD-Bundestagspräsidentin und Parteifunktionärin Bärbel Bas vor, einen “sozialistischen Klassenkampf” zu führen.

Die Zielscheibe: Die 2,8 Millionen Handwerker, Unternehmer und Mittelständler in Deutschland. Von Stetten kritisiert die aggressive Rhetorik der SPD bei Gewerkschaftsauftritten und ihre wirtschaftsfeindliche Politik. Keine Reformen, kein Bürokratieabbau, dafür immer neue Belastungen für die Leistungsträger. Dass ein führender CDU-Mann den Koalitionspartner derart attackiert, zeigt, wie tief der Riss durch das Bündnis geht.

Und Merz? Er schweigt. Aus Angst, die Koalition könnte platzen und er sein Amt verlieren, lässt er die SPD gewähren. Er opfert die Interessen des Mittelstands, der eigentlichen Kernklientel der Union, auf dem Altar des Machterhalts. Die Bürgergeldreform wurde verwässert, Entlastungen blockiert. Die CDU regiert zwar, aber sie setzt keine CDU-Politik um.

Fazit: Ein Kanzler auf Abruf

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Ära Merz, die mit so großen Hoffnungen begann, droht in einem Fiasko zu enden, noch bevor sie richtig Fahrt aufgenommen hat. Friedrich Merz ist ein Kanzler ohne Hausmacht. Seine Partei rebelliert, seine Fraktion verweigert die Gefolgschaft, seine Landesfürsten gehen eigene Wege, und sein Koalitionspartner führt ihn am Nasenring durch die Arena.

Die Menschen im Land spüren diese Schwäche. Sie sehen eine Regierung, die mehr mit sich selbst beschäftigt ist als mit den Problemen des Landes. Inflation, Migration, Energiepreise – all das bleibt ungelöst, während in Berlin Posten geschachert und Intrigen gesponnen werden. Wenn die CDU nicht bald die Reißleine zieht und ihren Kompass neu justiert, droht ihr der Weg in die Bedeutungslosigkeit. Und Friedrich Merz? Er könnte als der Kanzler in die Geschichte eingehen, der alles wollte und am Ende alles verlor – vor allem den Respekt seiner eigenen Leute.