Schallende Ohrfeige für die Union: AfD kehrt sensationell zur Münchner Sicherheitskonferenz zurück

München/Berlin – Es sind Tage, an denen man das politische Parkett in Berlin und München förmlich beben hört. Was sich derzeit im Vorfeld der renommierten Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) 2026 abspielt, gleicht einem diplomatischen Krimi, der für die Unionsparteien, allen voran die CSU, in einem PR-Desaster der Sonderklasse endet. Die Protagonisten: Ein CSU-Politiker, der sich als Türsteher der Weltpolitik versuchte, eine Oppositionspartei, die nicht totzukriegen ist, und der lange Schatten der neuen US-Administration unter Donald Trump und JD Vance.

Der gescheiterte Türsteher: Alexander Hoffmanns Eigentor

Man muss sich die Szenerie auf der Zunge zergehen lassen. Alexander Hoffmann, seines Zeichens Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, hatte sich offenbar eine ganz besondere Mission für das neue Jahr vorgenommen: Die Alternative für Deutschland (AfD) sollte auch 2026 draußen bleiben. Keine Bühne, keine Gespräche, keine Teilhabe am wichtigsten sicherheitspolitischen Forum der Welt.

Seine Argumentation wirkte dabei so konstruiert wie verzweifelt. Die AfD, so Hoffmanns Narrativ, unterhalte Kontakte zu Russland und China. Informationen würden fließen, die Partei sei ein „Sicherheitsrisiko“. Doch wer im Glashaus sitzt, sollte bekanntlich nicht mit Steinen werfen. Kritische Beobachter stellten sofort die logische Gegenfrage: Wenn diplomatische oder politische Kontakte zu Moskau und Peking ein Ausschlusskriterium sind, müsste man dann nicht konsequenterweise auch den USA die Einladung entziehen? Schließlich pflegen auch amerikanische Administrationen – und erst recht die kommende unter Trump – Kanäle in den Osten.

Hoffmanns Logik verfing sich in Widersprüchen. Besonders pikant wurde es, als bekannt wurde, dass er quasi bei den Amerikanern um „Verständnis“ werben wollte. Er wollte den US-Partnern erklären, warum die zweitstärkste Kraft im deutschen Bundestag (laut aktuellen Umfragen) in München unerwünscht sei. Die Ironie dabei ist kaum zu überbieten: Er warnte vor einer Partei, die gerade erst erfolgreich Kontakte zur neuen US-Führung geknüpft hatte. Die AfD als Sicherheitsrisiko für die USA darzustellen, während diese AfD-Vertreter gerade in Washington empfangen werden, zeugt von einer Realitätsverweigerung, die in diplomatischen Kreisen für Kopfschütteln gesorgt haben dürfte.

Der Paukenschlag: Die Einladung ist raus

Doch dann kam der Moment, der für Hoffmann und die Hardliner der „Brandmauer“-Strategie wie eine kalte Dusche gewirkt haben muss. Entgegen aller Unkenrufe und Verbotsfantasien bestätigte ein Sprecher der Münchner Sicherheitskonferenz offiziell: Die AfD ist dabei.

„Nach dem Ausschluss der AfD von der Münchner Sicherheitskonferenz in den vergangenen beiden Jahren dürfen 2026 wieder Fachpolitiker der Partei an dem hochrangig besetzten Expertentreffen teilnehmen“, heißt es in Berichten. Die Einladungen seien bereits vor Weihnachten an alle im Bundestag vertretenen Parteien verschickt worden.

Das ist nicht weniger als eine politische Kapitulation der Ausgrenzungs-Strategen. Christoph Heusgen, der frühere MSC-Chef, hatte in den Vorjahren noch eine harte Linie gefahren und sowohl die AfD als auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ausgeladen. Diese Ära scheint vorbei. Die neue Führung der Konferenz kehrt zum Prinzip des Dialogs zurück – oder beugt sie sich schlichtweg den neuen geopolitischen Realitäten?

Der Faktor JD Vance: Ein Wind aus Washington

Es ist kaum vorstellbar, dass diese Kehrtwende ohne den Blick über den Atlantik passiert ist. Erinnern wir uns an das letzte Jahr: JD Vance, der designierte US-Vizepräsident, trat in München auf und las der versammelten europäischen Elite die Leviten. Seine Rede war ein Frontalangriff auf die Zensurkultur und die politische Ausgrenzung in Europa.

Vance kritisierte offen die Versuche, den politischen Wettbewerb durch Etikettierungen und Verbote zu verzerren. Er sprach von einer „neuen Ära“ unter Donald Trump: „Wir mögen eurer Meinung nicht zustimmen, aber wir werden dafür kämpfen, dass ihr das Recht habt, sie öffentlich zu äußern.“

Die Bilder von damals sprechen Bände. Während Vance für Meinungsfreiheit plädierte, sah man im Publikum versteinerte Mienen. Verteidigungsminister Boris Pistorius wirkte wie paralysiert, unfähig zu reagieren auf diese klare Ansage gegen den moralischen Hochmut der deutschen Politikblase. Dass nun, kurz vor der Amtseinführung der Trump-Vance-Regierung, die AfD wieder zugelassen wird, ist kein Zufall. Es ist ein Signal, dass man in München verstanden hat: Wer die wichtigste Oppositionspartei eines Schlüssellandes ausgrenzt, isoliert sich am Ende selbst – besonders gegenüber einem US-Partner, der genau diese “Woke”-Cancel-Culture verachtet.

Tränen, Trotz und Realitätsverlust

Der Kontrast könnte nicht härter sein. Auf der einen Seite die kühle, fast brutale Rationalität eines JD Vance oder die pragmatische Entscheidung der neuen MSC-Leitung. Auf der anderen Seite die emotionale Überforderung der alten Garde. Unvergessen sind die Bilder von Christoph Heusgen, dem Merkel-Vertrauten, der auf der Bühne den Tränen nahe war oder gar weinte – ein Bild, das symbolisch für den Zustand der deutschen Außenpolitik stand: Emotionalisiert, aber handlungsunfähig.

Alexander Hoffmann reiht sich nahtlos in diese Galerie der Überforderten ein. Seine Warnungen vor der AfD wirken wie ein Rückzugsgefecht. Er versuchte, ein Narrativ von „Fake News“ und Provokationen zu stricken – etwa mit Verweis auf Vorfälle in Gießen, die sich bei näherer Betrachtung als haltlos erwiesen. Doch diese Taktik verfängt nicht mehr. Die internationale Bühne verlangt nach Realpolitik, nicht nach innerdeutscher Parteitaktik.

Ein Sieg für den Diskurs

Die Rückkehr der AfD zur Münchner Sicherheitskonferenz ist mehr als nur eine protokollarische Notiz. Sie markiert das Scheitern des Versuchs, eine demokratisch gewählte Partei dauerhaft aus dem sicherheitspolitischen Diskurs zu verbannen. Sicherheitspolitik erfordert den Austausch aller relevanten Kräfte, besonders in Zeiten globaler Krisen.

Die Union steht nun vor einem Scherbenhaufen. Sie hat hoch gepokert – und verloren. Statt sich inhaltlich zu stellen, setzte man auf Ausgrenzung. Nun wird man in München Seite an Seite mit denen sitzen müssen, die man eben noch als „Sicherheitsrisiko“ diffamiert hat. Man darf gespannt sein, wie Herr Hoffmann und seine Kollegen reagieren, wenn sie im Bayerischen Hof auf AfD-Politiker treffen, die möglicherweise gerade ein freundliches Gespräch mit US-Senatoren führen.

Es wird ein „hochgradig spektakuläres Event“, wie es in politischen Kommentaren heißt. Die Karten werden neu gemischt. Und für die Freunde des kritischen Denkens ist eines klar: Manchmal braucht es einen Anstoß von außen – sei es durch einen JD Vance oder Marco Rubio –, um die erstarrten Strukturen in Deutschland wieder in Bewegung zu bringen. Die Brandmauer in München ist gefallen. Es bleibt abzuwarten, welche Mauern als nächstes einstürzen.