„Sie heißen doch Krawallstein auf X!“ – Stephan Brandner entlarvt SPD-Doppelmoral und bringt den Bundestag zum Kochen

Journalistin als "Faschistin" bezeichnet: Ermittlungen gegen  AfD-Abgeordneten | MDR.DE

Berlin – Es sind die Momente, für die man politische Debatten verfolgt: Ein Schlagabtausch, der nicht im Skript steht, eine Entlarvung, die sitzt, und eine Reaktion, die tiefer blicken lässt als tausend wohlformulierte Pressemitteilungen. Im Deutschen Bundestag hat der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner gestern für genau so einen Moment gesorgt und dabei die SPD-Abgeordnete Maja Wallstein in massive Erklärungsnot gebracht.

Der Auslöser war eine Debatte, die eigentlich trocken hätte sein können: Die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Doch was folgte, war ein Lehrstück über politische Doppelmoral, digitale Scheinheiligkeit und den nervösen Umgang der Altparteien mit der Opposition.

Der „Krawallstein“-Moment

Maja Wallstein (SPD) hatte in ihrer Rede zuvor scharf gegen die AfD geschossen. Sie warf der Partei vor, sich von „ausländischen Tech-Oligarchen“ unterstützen zu lassen – eine klare Anspielung auf Elon Musk und seine Plattform X (ehemals Twitter). Musk, der in linken Kreisen mittlerweile als Feindbild Nummer eins gilt, weil er die Zensur auf seiner Plattform gelockert hat, diente als Zielscheibe für Wallsteins Moralpredigt.

Doch Stephan Brandner hatte ein Ass im Ärmel. In seiner Kurzintervention drehte er den Spieß genüsslich um. „Sie haben über einen düsteren Tech-Oligarchen gesprochen“, begann Brandner ruhig, setzte seine Brille ab und fixierte die SPD-Politikerin. „Wenn Sie denjenigen meinen, der die Plattform X vor einiger Zeit erworben hat, also Elon Musk, dann klären Sie uns mal drüber auf, warum Sie da offenbar unter dem Namen ‚Krawallstein‘ unterwegs sind?“

Das saß. Ein Raunen ging durch den Saal. Brandner legte nach: „Also auf einer Plattform, die Sie offenbar gar nicht leiden können, einem Tech-Giganten zugeordnet, den Sie auch nicht leiden können. Warum tummeln Sie sich da?“

Schweigen im Walde

Die Frage war simpel, aber vernichtend. Sie legte die Doppelmoral offen, die viele Kritiker den etablierten Parteien vorwerfen: Öffentlich gegen „rechte“ Plattformen und „böse Milliardäre“ wettern, aber deren Reichweite heimlich, still und leise selbst nutzen – gerne auch unter Pseudonym.

Statt einer souveränen Antwort oder einer Erklärung für ihren „Krawallstein“-Account, flüchtete sich Wallstein in ihrer Erwiderung in die üblichen Angriffe. Sie wich der Frage komplett aus und spulte stattdessen eine Litanei an Vorwürfen gegen die AfD ab: Straftäter in den Reihen der Partei, angebliche Spionage für China und Russland, Verfassungsfeindlichkeit.

Es war ein klassisches Ablenkungsmanöver („Whataboutism“), das jedoch für jeden Beobachter offensichtlich war. Auf die konkrete Frage nach ihrem eigenen Verhalten auf X ging sie mit keinem Wort ein. Das Schweigen zu „Krawallstein“ war lauter als jedes Dementi.

Der Kampf um Transparenz

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Hinter dem verbalen Scharmützel steckte jedoch ein ernsterer politischer Kern. Die AfD hatte die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses gefordert, um die Finanzierung sogenannter Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zu durchleuchten. Der Vorwurf: Der Staat pumpe Millionen an Steuergeldern in linke Strukturen, die unter dem Deckmantel der „Demokratieförderung“ politische Agitation betrieben – auch gegen die Opposition.

„Wir wollen also mehr Klarheit, mehr Transparenz, mehr Wahrheit, und Sie sperren sich dagegen“, rief Brandner der Regierungsbank zu. Er verglich die Reaktion der anderen Fraktionen mit „getroffenen Hunden“, die bellen.

Besonders brisant: Brandner brachte die gewalttätigen Ausschreitungen in Gießen ins Spiel, bei denen über 50 Polizisten verletzt wurden. Er stellte die These auf, dass solche „bürgerkriegsähnlichen Zustände“ auch durch intransparente Finanzierungsströme an linksextreme Gruppen (“Antifa-Strukturen”) begünstigt würden.

„Links ist nicht vorbei“

Die Debatte zeigte einmal mehr die tiefen Gräben im Parlament. Während die SPD versuchte, die AfD als Sicherheitsrisiko und verlängerten Arm fremder Mächte darzustellen, positionierte sich Brandner als Anwalt der Steuerzahler und Kritiker eines „Linksstaates“.

„Links ist nicht vorbei. Vernunft ist vorbei, seitdem diese Koalition in Deutschland regiert“, donnerte Brandner in Richtung Ampel. Er warf der CDU vor, sich von SPD und Grünen „am Nasenring durch die Manege ziehen“ zu lassen, anstatt als echte Opposition zu fungieren.

Fazit: Ein Punktsieg für Brandner

Am Ende dieses Tages bleibt vor allem eines hängen: Das Bild einer SPD-Abgeordneten, die Wasser predigt und Wein trinkt – oder besser gesagt: die gegen Elon Musk hetzt und gleichzeitig auf seiner Plattform „krawallt“. Stephan Brandner hat mit seiner Intervention nicht nur für Lacher gesorgt, sondern eine empfindliche Stelle der politischen Gegner getroffen: ihre Glaubwürdigkeit.

Dass Maja Wallstein die Frage nach ihrem Pseudonym unbeantwortet ließ, dürfte als stilles Eingeständnis gewertet werden. In den sozialen Netzwerken jedenfalls ist „Krawallstein“ schon jetzt ein geflügeltes Wort für politische Scheinheiligkeit. Und die Forderung nach Transparenz – sei es bei NGO-Geldern oder bei den Social-Media-Aktivitäten von Abgeordneten – steht lauter im Raum denn je.