Todesfalle Silvester-Party: Dieses Foto zeigt den schrecklichen Auslöser der Katastrophe von Crans-Montana

Crans-Montana (Schweiz) – Es ist ein Bild, das man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Es zeigt feiernde junge Menschen, lachende Gesichter, das Klirren von Gläsern und die Vorfreude auf ein neues Jahr. Doch im Hintergrund, fast unscheinbar und doch tödlich, lauert bereits das Verderben.

Die Katastrophe, die den mondänen Schweizer Skiort Crans-Montana in der Silvesternacht erschütterte, hat ein Gesicht bekommen. Und es ist das Gesicht einer ausgelassenen Feier, die innerhalb von Sekundenbruchteilen in den puren Horror umschlug. Während die Welt das neue Jahr 2026 begrüßte, spielten sich in der Bar „Le Constellation“ Szenen ab, die selbst erfahrenen Rettungskräften das Blut in den Adern gefrieren ließen.

Das Foto des Verderbens

Ein in den sozialen Netzwerken aufgetauchtes Foto – und dazugehörige Videoaufnahmen – scheinen nun das zu bestätigen, was viele befürchtet hatten: Der Auslöser der Hölle war Leichtsinn. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie Champagnerflaschen, bestückt mit sprühenden Wunderkerzen, durch die Menge getragen werden. Eine Tradition in vielen Clubs, ein Symbol für Luxus und Party. Doch im „Le Constellation“ wurde dieses Symbol zum Todesurteil.

Zeugenaussagen zufolge wurden die Flaschen zu hoch gehalten. Die Decke des Lokals, offenbar niedrig und mit brennbarem Material verkleidet, fing Feuer. „Es ging rasend schnell“, berichtet eine Überlebende, die noch immer unter Schock steht. „Eben tanzten wir noch, und im nächsten Moment tropfte Feuer von der Decke.“

Der tödliche „Flashover“

Was folgte, beschreiben Experten als „Flashover“ – eine Durchzündung der Rauchgase. Innerhalb von Sekunden stieg die Temperatur im Raum auf unvorstellbare 1000 bis 1200 Grad an. Der Sauerstoffgehalt sank fast augenblicklich auf unter vier Prozent. „Der menschliche Körper ist dafür nicht gemacht“, erklärte Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud mit belegter Stimme auf der Pressekonferenz.

Für die rund 300 Gäste gab es kaum ein Entkommen. Die Musik lief weiter, während sich die Decke in eine Feuerwalze verwandelte. Videos zeigen junge Menschen, die fassungslos auf die Flammen starren, bevor die Panik ausbricht. Schreie mischten sich mit dem Tosen des Feuers. „Sie werden verrecken, sie werden sterben“, hört man eine Frau auf Französisch schreien. Es sind Aufnahmen, die einem das Herz zerreißen.

Helden inmitten der Hölle

Inmitten dieses Infernos gab es jedoch auch Momente übermenschlichen Mutes. Gianni, ein Maschinenbaustudent, war einer der Ersten vor Ort. „Ich hätte mir nie etwas Schlimmeres vorstellen können“, sagt er. Er sah Menschen am Boden liegen, deren Kleidung mit der Haut verschmolzen war. Doch anstatt zu fliehen, half er. Zusammen mit anderen bastelte er aus den Metallgestellen von Sofas provisorische Tragen, um die Schwerverletzten aus der Gefahrenzone zu bergen.

„Je weiter wir vordrangen, desto schlimmer wurden die Fälle“, berichtet er leise. Er musste mitansehen, wie Menschen vor seinen Augen starben. Seine Schilderungen geben einen kleinen Einblick in das Trauma, das hunderte Überlebende, Angehörige und Rettungskräfte nun ein Leben lang begleiten wird.

Eine Nation unter Schock

Die Bilanz dieser Nacht ist verheerend: Rund 40 Menschen verloren ihr Leben. Über 115 wurden verletzt, viele von ihnen kämpfen in Spezialkliniken in Lausanne, Genf und Zürich noch immer um ihr Überleben. Die Opfer sind meist jung, zwischen 16 und 25 Jahre alt. Sie kamen aus der Schweiz, aus Italien, aus Frankreich – Touristen, die das Leben feiern wollten und den Tod fanden.

Crans-Montana, sonst ein Ort des Lichts und der Freude, trägt Trauer. Die Flaggen wehen auf Halbmast. Vor der abgesperrten Ruine des „Le Constellation“ legen Menschen Blumen und Kerzen in den Schnee. Die Stille im Ort ist erdrückend, nur unterbrochen vom gelegentlichen Rotieren der Hubschrauberrotoren, die noch immer Verletzte verlegen.

Warum musste das passieren?

Während die Familien ihre Toten beweinen, beginnt die Suche nach den Verantwortlichen. War der Notausgang blockiert? War die Dekoration nicht feuerfest? Hätte das Personal die Gefahr der Wunderkerzen erkennen müssen? Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, einen Terroranschlag schließt sie aus. Es war kein Angriff von außen, es war eine Tragödie, die von innen kam.

Der Gemeindepräsident bestätigte zögerlich, dass Brandschutzkontrollen „jährlich oder zweijährlich“ stattgefunden hätten. Doch diese bürokratischen Aussagen trösten niemanden. Die Frage, die über dem verrußten Skelett der Bar hängt, ist schwerwiegender: Wurde hier Profit und Party über Sicherheit gestellt?

Die Westschweizer Spitäler sind am Limit. Sie haben die Bevölkerung aufgerufen, auf riskante Aktivitäten wie Skifahren vorerst zu verzichten, um keine Kapazitäten zu binden. Eine ganze Region steht still.

Dieses Silvester wird als eines der dunkelsten Kapitel in die Geschichte der Schweiz eingehen. Und das Foto der funkelnden Champagnerflaschen wird für immer als Mahnung bleiben: Wie schnell aus einem Moment des Glücks eine Ewigkeit der Trauer werden kann.